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«Grußbotschaft zu den 44. Goldegger Dialogen 2026»
Transkription© von Hans Businger (2026)


Grüss Gott, alle miteinander! Es ist mir wirklich eine große Ehre, alle, die an den Goldegger Dialogen teilnehmen, begrüssen zu dürfen. Ich habe selber wunderbare Erinnerungen an Goldegg und an die Goldegger Tage. Da haben Sie alle wirklich etwas Großartiges vor sich. Und heuer 2026 ist ja ein besonders wichtiges Thema: Brücken bauen – Verstrickungen lösen: praktische Wege zu mehr Frieden finden. Das Brücken bauen und die praktischen Wege, das liegt mir besonders am Herzen. Und das möchte ich auch Ihnen besonders ans Herz legen. Das Praktische: Wie können wir es im Alltag lernen, was können wir im Alltag tun?

Und da würde ich Ihnen drei Merkworte ans Herz legen:

Das Erste ist: Einfach freundlich sein.

Einfach durch freundlich sein im Alltag können wir so viel beitragen, Brücken zu bauen, statt Mauern. Die Steine, die zum Mauerbauen verwendet werden, müssen für Brücken verwendet werden.

Und das zweite Stichwort ist: Sich entrüsten!

Wir müssen uns entrüsten. Aber entrüsten heißt auch zornig werden, heißt wütend werden, aber immer mit Sanftmut. Den Mut, sanft zu bleiben trotz Entrüstung, trotz Zorn, trotz Wut. Aber die Wut müssen wir zulassen. Die ist wie ein Treibstoff, denn sonst wären wir ja einfach im gängigen Muster: Ja, ja, dann lassen wir es einfach geschehen, der lange Weg von «da muss was geschehen» bis zu «da kann man halt nichts machen», der berühmte österreichische Weg.

Und das dritte Stichwort ist: Radikale Fragen stellen!

Fragen stellen, immer wieder im Alltag. Ein Zen-Lehrer von mir hat sich sozusagen ein Gelübde gemacht, dass er in jedem Gespräch, das er führt, auf die Gefahr der nuklearen Aufrüstung hinweisen wird. Und mit jedem Taxifahrer hat er davon gesprochen. Immer wieder. Und das können wir auch tun: Immer wieder Fragen stellen und ganz radikale Fragen stellen, Fragen, die an die Wurzel gehen. Zum Beispiel: Warum überhaupt Waffenfabriken? Wenn wir keine Waffen haben, sind wir schon ein bisschen näher am Frieden. Aber jeder nimmt die Waffenfabriken einfach als gegeben hin. Warum Waffenfabriken?

Also ich lege Ihnen nahe, jetzt schon zu bedenken, wie sie dann, wenn Sie nach Hause gehen, das viele, das sie jetzt lernen werden, anwenden können. Schon jetzt können Sie in den vielen wunderbaren Gesprächen, zu denen die Goldegger Dialoge Gelegenheit bieten, freundlich sein auch mit Menschen, die eine andere Meinung haben, denn es ist auch dort möglich, das zu üben. Auch jetzt werden Sie vieles hören, worüber Sie sich wirklich entrüsten können. Und dann radikale Fragen stellen. Auch jetzt schon.

Also ich wünsche Ihnen in diesem Sinn wirklich große Freude während den Tagen, die Ihnen jetzt geschenkt (!) werden.

 

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